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Die Kubische Berechnungen, SIA 416 oder 116

  • 12. März 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Feb.

Die exakte Kubatur (das Gebäudevolumen) ist weit mehr als nur eine theoretische Kennzahl auf einem Plan – sie kommt genau dann ins Spiel, wenn wichtige Projektentscheidungen anstehen. Bereits beim Grundstückskauf oder in der frühen Vorprojektphase wird die Volumenberechnung für erste Kosten- und Renditeschätzungen zwingend benötigt. Im weiteren Verlauf ist sie ein essenzielles Dokument für das Baugesuch bei den Behörden, um die Einhaltung der Vorschriften zu belegen. Auch Banken und Gebäudeversicherungen stützen ihre Finanzierungszusagen und Prämien auf diese Werte, bevor die Berechnung schliesslich als Basis für die präzise Ausschreibung und Materialbeschaffung in der eigentlichen Bauphase dient.


SIA 416 vs. SIA 116: Was gilt heute?

Die SIA-Norm 416 ist seit 2003 der massgebliche Standard für Volumenberechnungen im Schweizer Bauwesen. Im Gegensatz zur veralteten Vorgängernorm SIA 116 (aus dem Jahr 1952) verzichtet die SIA 416 auf umständliche und theoretische Zuschläge für Elemente wie Dächer oder Dachaufbauten. Stattdessen wird das effektiv vorhandene geometrische Gebäudevolumen berechnet.


Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Normen liegt in der Messmethode

SIA 116 (veraltet): Diese Norm arbeitete mit einem theoretischen Volumen. Es wurden künstliche Zuschläge und Abzüge für bestimmte Bauteile (wie Dachneigungen, Lukarnen oder Fundamente) zum eigentlichen Bauvolumen hinzugerechnet oder abgezogen.


SIA 416 (aktuell): Diese Norm basiert ausschliesslich auf der effektiven geometrischen Realität des Bauwerks. Es gibt keine fiktiven Volumen-Zuschläge mehr für Dächer oder Fundamente. Die Berechnungsgrundlage für die Gebäudekubatur und die Wohnflächen ist exakt und physisch messbar (meist ab der fertigen Fassadenoberfläche).

Die zentralen Parameter, die bei Berechnungen nach SIA 416 heute ermittelt und ausgewiesen werden, sind:

  • Gebäudevolumen (GV) in m³: Das effektiv umbaute Raumvolumen.

  • Nettowohnfläche (bzw. Nettogeschossfläche) in m²: Die effektiv nutzbare Fläche zwischen den Wänden.

  • Geschossfläche in m²: Die Summe aller Grundflächen inklusive der Wände (früher oft Bruttogeschossfläche genannt).

  • Gebäudegrundfläche in m²: Der exakte Fussabdruck des Gebäudes auf dem Grundstück.



Warum wird die SIA 116 trotzdem noch so oft gesucht?

Die alte Norm taucht heute meist nur noch in älteren kommunalen Bau- und Zonenordnungen oder in den Unterlagen von Gebäudeversicherungen auf. Für neue Bauprojekte, Machbarkeitsstudien und Kostenschätzungen arbeiten wir bei BZArchitekten nach der aktuellen SIA 416.


Was eine professionelle Berechnung ausweist

Eine transparente Auswertung ist für Bauherren und Investoren unerlässlich. Wenn wir Bauprojekte kalkulieren, weisen wir auf Basis der aktuellen SIA-Normen stets folgende zentrale Kennzahlen aus:

  • Nettowohnfläche in m²

  • Geschossfläche in m²

  • Gebäudegrundfläche in m²

  • Gebäudevolumen nach SIA 416 in m³


Kostentoleranzen in den Planungsphasen

Das berechnete Gebäudevolumen wird mit einem bauspezifischen Kubikmeterpreis multipliziert, der die reinen Baukosten (ohne Umgebung und Nebenkosten) widerspiegelt. Je nach Planungsstand variiert die Genauigkeit:

  • Vorprojektphase (Grobkostenschätzung): Dient der frühen Prüfung der Machbarkeit eines Vorhabens. Die Kostentoleranz liegt hier bei 20 bis 25 Prozent.

  • Projektphase (Baueingabe): Die Planung ist detailliert, die Kostentoleranz sinkt auf 15 bis 20 Prozent.


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